Art insight: Julia Bruch – Sie beweist, dass Kunst nicht einfältig sein muss

Julia Bruch zeigt uns immer wieder, dass eine Künstlerin sich nicht auf eine Richtung festlegen muss, sondern wirklich vielschichtig sein kann. Sie fasziniert uns jedes Mal aufs Neue, ob mit Typografien, Double Exposure oder Fotografien. Ihre Leidenschaft zur Fotografie fing mit der Spiegelreflexkamera ihres Vaters an, wobei ihr eigentlicher Traumberuf eine zeitlang darin bestand, Kriminalpolizistin zu werden.

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Was inspiriert dich?
Das ist alles Mögliche. Es können Gespräche sein, mein Studium, die Natur, Musik oder andere Künstler und Designer. Ich liebe es verschiedene Ansätze zu kombinieren und dadurch neue Dinge zu erschaffen, z.B. die von digitalem Design mit denen der traditionellen Kunst zusammen zu bringen und dadurch Neues zu kreieren.

Aber Inspiration findet man wirklich überall, es kommt oft darauf an, ob die Situation, in der du gerade steckst, es zulässt oder nicht. Es ist mir schon passiert, dass ich an einem Ort gefühlte neunundneunzig Mal war, mir aber erst beim hundertsten Mal eine entscheidende Sache aufgefallen ist, die dann letztendlich den letzten Dominostein zum Fall und mich auf einen neuen Gedanken gebracht hat.

Bei meinem letzten Projekt hatte ich am Anfang keine konkrete Idee. Ich wusste nur, in welche Richtung das Ganze gehen soll, alles Weitere entschied ich dann intuitiv beim Machen. In diesem Fall waren Farben meine größte Inspirationsquelle.

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Und wie bist du da vorgegangen?
Bei diesem Projekt ging es darum, spannende Farbkombinationen zu erstellen. Ich habe viel mit Farben herumexperimentiert: Ich mischte, schichtete und erzeugte mit Hilfe eines Spachtels verschiedene Texturen. Nachdem ich abertausende Versionen von den verschiedensten Farbmustern hatte, scannte ich sie ein, um die weichen Farben mit den harten geometrischen Formen zu verbinden. Diese freie Herangehensweise mag ich besonders. Sie schafft mir einen sehr guten Ausgleich, da man bei der täglichen Arbeit mit Design meistens alles ganz genau planen, bedenken und organisieren muss. Da bieten mir solche freien Projekte die Möglichkeit, nicht direkt von Anfang an zu wissen, was dabei rauskommt und mich selbst überraschen zu lassen.

Meine Vorgehensweise ist aber auch von Projekt zu Projekt komplett unterschiedlich. Gerade wenn ich fotografiere, habe ich meistens eine ziemlich konkrete Vorstellung und plane die Durchführung und das Endergebnis.

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Wenn du ein Superheld wärst, was wäre deine übernatürliche Fähigkeit?
Hmm… das wäre dann wohl das Teleportieren. Morgens im tiefsten Dschungel neben einem Wasserfall frühstücken, mittags an der Antarktis Robben fotografieren und abends auf Hawaii den Sonnenuntergang beobachten, hätte schon was. Da gäbe es auf jeden Fall genug Inspiration!

Gibt es etwas, dass du durch deine Kunst über dich selbst gelernt hast?
Dass ich unordentlich bin, weiß ich zwar schon länger, aber erst die Kunst hat mir gezeigt, dass es nicht immer schlecht sein muss. Nachdem ich künstlerisch rumgewirbelt bin, sieht meine Wohnung zwar aus, als wäre ein Farbeimer explodiert, aber dem Ergebnis tut eine Priese Unordnung meistens ganz gut.

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Was hast du auf deinen Reisen auf jeden Fall dabei?
Auf jeden Fall meine Kamera oder zumindest das Handy, um Fotos zu machen. Wobei ich mittlerweile versuche, mich nicht mehr von jedem kleinsten Blümchen am Straßenrand aufhalten zu lassen, weil ich die neuen Eindrücke nicht nur durch den Sensor miterleben will. Dann nehme ich mir auch immer Zeit zum Genießen und Erleben. Aber trotzdem sind das dann immer tolle Chancen, neue Kompositionen vor die Linse zu bekommen, die ich auch nicht verpassen will.

 

Dein Lieblingskuchen?
Oh Gott, dass ist wohl die schwierigste Frage. Momentan wohl Karottenkuchen mit Frischkäsetopping. Allerdings würde ich zu einem klassischen Schokoladenkuchen auch nicht Nein sagen. Ach, was rede ich denn, mich kann man mit jeglichen Arten von Kuchen locken!

Backstube

Was macht die artboxONE für dich aus?
Dass jeder, der sich kreativ auslebt, die Chance hat, seine Arbeiten zu zeigen und somit auch jeder die Möglichkeit bekommt, junge Künstler zu unterstützen. Solche frische und ehrliche Kunst findet man nicht im Kaufhaus und wer etwas Besonderes haben will, wird hier auf jeden Fall fündig.

Was wünscht du der artboxONE?
Weiterhin viel Erfolg. Viele neue und aufregende Künstler. Viel Inspiration und weiterhin so viel Spaß an der Sache.

Dein persönliches Lieblingsmotiv von artboxONE?
Oh es gibt so viele. Aber auf jeden Fall ist Sunny Pineapple von Boris Draschoff eins davon.

Kategorie Künstler
Autor

"Ich liebe GIFs, dramatische Explosionen, Schabernack und will in jedem Auto wissen, wie die Hupe klingt."

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