Art insight: „See you, Space Cowboy!“ Die Sterne des Stefan Liebermann

„The darker it get’s, the more you see.“

Für die Nachtfotografie ist das wahr. Dort, wo die Lichtverschmutzung gering ist und kaum andere Lichtquellen den Blick auf die Sterne verschleiern, findet man Stefan Liebermann. Der 27-jährige Student und international prämierte Fotograf ist vor allem mit einem bewaffnet: Mit offenen Augen, die die Schönheit der Natur dort erkennen, wo sie für das bloße Auge nicht immer sichtbar sind. Derzeit werden Stefans Fotografien in den Studentenwerken in Thüringen ausgestellt. Ein guter Anlass für uns, dem Genie hinter den atemberaubenden Aufnahmen mal auf den Zahn zu fühlen. Im Interview erzählt er uns, warum er gerne mal nach Chile reisen würde –  und warum gute Fotos nur ein netter Nebeneffekt nächtlicher Bilderjagden sind.

Stefan Liebermann: Die Faszination der Nacht

Stefan Liebermann: Die Faszination der Nacht

Wir ziehen mit dir los, hinaus in die Nacht! Wie können wir uns so eine Foto-Tour mit dir vorstellen? Wie beginnt sie und wie nimmt eine Aufnahme seinen Lauf?

„Bei Neumond und wolkenlosen Himmel geht alles ganz schnell. Während gerade alle ins warme, kuschelige Bett steigen, springen wir in das Auto und starten den Motor. Wir verlassen die Stadt und fahren in die Dunkelheit, möglichst weit weg von jeder zusätzlichen Lichtverschmutzung. Nachdem sich ein geeigneter Platz gefunden hat – oft entscheidet dabei das Bauchgefühl, weil es eben dunkel ist – wird das Auto geparkt, wir schnallen uns die Kopflampen an und gehen weiter zu Fuß. Stativ aufgestellt, die Kamera ausgerichtet und die erste Langzeitbelichtung gemacht. Oh Wunder, wir blicken in die Nacht und können nun einen Bildaufbau wagen. Der Kopf arbeitet auf hochtouren, Eindrücke werden verarbeitet und nach ein paar Bildern hat man genug Inspirationen gesammelt und eine Idee hat sich entwickelt. Ziel für die Nacht ist es nun, diese bestmöglich mit den Mitteln der aktuellen Technik umzusetzen. Ob das klappt, steht zu diesen Zeitpunkt meist noch in den Sternen (hihi). Wenn die Morgendämmerung einsetzt, begeben wir uns auf den Rückweg und fallen erschöpft ins Bettchen. Am nächsten Tag schauen wir uns ausgeschlafen die Ergebnisse an und versuchen diese mittels digitaler Bildbearbeitung bestens in Szene zu setzen.“

Welche Musik läuft bei dir, wenn du dich auf Foto-Jagd begibst?

„Ganz klar! Pink Floyd mit „Great Gig in the Sky“! Ansonsten lausch ich sehr gerne den Klavierklängen von Ludovico Einaudi und Martin Kohlstedt. Klaviermusik fasziniert mich einfach ungemein, da ich selber leidenschaftlicher Pianist bin.“

Erlaubt Nachtfotografie überhaupt so etwas wie Spontanität?

„Natürlich bedarf es bei der Nachtfotografie reichlich an Planung. Man muss den Neumond abtimen, den Wetterbericht studieren und einen perfekten Ort finden. Ist man aber dann erstmal unterwegs, entsteht alles aus spontanen Ideen und man improvisiert. Genau das ist das Faszinierende an der Nachtfotografie. Das genaue Motiv und die Lichtbedingungen sind niemals im Voraus planbar.“

Erlebst du auch mal frustrierende Foto-Touren? Und mit was munterst du dich wieder auf? Gute Musik? Feste Umarmungen? Gummibärchen?

„Wir sind ein lustiges Trüppchen und der Spaß steht im Vordergrund. Aus diesen Grund gibt es gar keine frustrierenden Touren. Wir freuen uns einfach gemeinsam die Natur während der Nacht zu entdecken und manchmal springt auch noch ein super Foto als Bonus heraus. Gummibärchen und gute Musik helfen, um mal eine etwas kältere Nacht zu überstehen!“

„Planung, Geduld, technisches Verständnis und Flexibilität“

Für seine Fotos reist Stefan in aller Herren Länder - unter anderem auch nach Südafrika

Für seine Fotos reist Stefan in aller Herren Länder – unter anderem auch nach Südafrika

Was fasziniert dich an der Nachtfotografie am meisten?

„Die Nachtfotografie – speziell die Sternenfotografie – ist ein technisch sowie künstlerisch anspruchsvolles Gebiet der Fotografie. Es erfordert viel Planung, Geduld, technisches Verständnis und Flexibilität. Trotz alledem strahlt sie für mich eine unglaubliche Faszination aus und ist mit den technischen Mitteln der Gegenwart in einem atemberaubenden Maß realisierbar. Die liebevolle Planung jedes einzelnen Fotos, der erwartungsvolle Blick auf den Bildschirm während der Aufnahme sowie die anschließende Begeisterung etwas zu erblicken, was mit dem bloßen Auge so nicht erkennbar gewesen ist, führen den Fotografen auf eine gewisse Weise zurück in die Analogfotografie und fesseln jeden, der es versucht. Es bleibt abschließend zu sagen: Probiert es einfach doch einfach mal selber aus!“

Nenne drei Dinge, die man unbedingt braucht, um in der Nachtfotografie Erfolg zu haben.

„Fantasie, um auf Ideen zu kommen.

Leidenschaft, um diese in die Realität umzusetzen.

Freunde, die diese Faszination teilen.“

Stell dir vor, du könntest an jeden (wirklich jeden!) Ort reisen, um dort Aufnahmen zu machen – ungeachtet aller Kosten und Entfernungen. Wohin würdest du reisen?

„Chile!!! Eindeutig Chile. Dort stehen nicht ohne Grund die größten Observatorien der Welt. Die Lichtbedingungen sind fantastisch und an keinen anderen Ort der Welt fühlt man sich den Sternen so nah.“

Wenn du niemals die Fotografie entdeckt hättest – was wäre heute vermutlich deine große Leidenschaft?

„Das weiß ich gar nicht so genau. Ich bin leicht faszinierbar und interessiere mich für extrem vieles. Wahrscheinlich aber wäre es die Physik und die Musik (Piano) geworden. Diese zähle ich aber auch zu meinen jetzigen Leidenschaften.“

Einhorn oder Dinosaurier?

„Einhörner sind toll!“

Star Wars oder Star Trek?

„Ich liebe die alten Filme von Star Wars.“

Vodka oder Champagner?

„Bier ist der beste Kompromiss.“

Last but not least: Welches Motiv von artboxONE könnte bei dir zu Hause über dem Sofa hängen?

Mir gefällt dieses Motiv wirklich gut:

Vielen Dank Stefan für dieses Interview!

Du bist selbst ein kleiner Sternengucker? Dann lass dich von Stefans Bildern faszinieren! Bei uns im Shop oder bis Ende August in der Mensa 3 „Am Ehrenberg“ in Ilmenau – neben verschiedenen, atemberaubenden Nachtaufnahmen gibt’s es dort auch eine Portion Retro-Chic gratis oben drauf ;-). Danach werden Stefans Werke außerdem in Erfurt, Jena und Weimar ausgestellt. Mehr Infos dazu gibt es auch bei den Studentenwerken Thüringen.

Bis Ende August sind Stefans Werke in Ilmenau in der Mensa 3 "Am Ehrenberg" zu sehen.

Bis Ende August sind Stefans Werke in Ilmenau in der Mensa 3 „Am Ehrenberg“ zu sehen.

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